![]() |
||
73630 Weinstdt-Großheppach, Kirchstraße/PfahlbühlstraßeDie GebäudeDas Ensemble Kirchstraße 3, 5, 7 und Pfahlbühlstraße 10/1 besteht aus verschiedenen Einzeldenkmalen und befindet sich mitten im alten Ortskern von Großheppach, unweit der Kirche. Pfahlbühlstraße 10/1Das ehemalige Weingärtnerhaus wurde im Jahre 1584 (d) erbaut. Auf den ehemals zweistöckigen Fachwerkbau ist ein Satteldach mit zweifach stehendem Stuhlgerüst aufgeschlagen. Im ehemals giebel- und traufseitig auskragenden Oberstock befand sich die Wohnebene. Der Dachraum war bis auf die ostwärtige Zone offen. Dort sind zwei Dachkammern angelegt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Ostgiebel. Hier wird ein reich profiliertes Giebeldreieck mit ehemals abschließendem Schopfwalm vermutet. Im Bereich der Stube ist ein über Eck angelegter Fenstererker anzunehmen. Der innerhalb der rückwärtigen Zone zur Südtraufe ansteigende Kellerhals besitzt am Halsansatz die Jahreszahl 158?. Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude um den rückwärtigen Scheunenteil, in Ziegelmauerwerk, erweitert. Interessant ist, daß ein dendrochronologisch untersuchter Balken aus dem Jahr 1577/78 eingebaut ist, genau aus der Bauzeit der Scheune Kirchstraße 7. Kirchstraße 7Die Fachwerkscheune wurde im Jahre 1578 (d) erbaut, war das erste Gebäude des Ensembles und früher freistehend. Es handelt sich um eine dreizonige und dreischiffige Scheune mit mittiger Durchfahrt und seitlichen Lagerzonen (Mitteltennenbau). Innerhalb der östlichen Zone war im Erdgeschoß eine Zwischenebene eingebaut. Darunter ist ein großer Gewölbekeller mit Kellerhals angelegt. Der seitlich vorspringende Kellerhals setzt sich als massiver Zugang an der Traufe fort. Von höchster Wertigkeit ist der östliche Giebel. Er ist vollständig erhalten und mehrfach auskragend. Der Gegengiebel besitzt noch die ursprügliche Halb-Walmausbildung, ist aber im Unterbau weitgehend erneuert. Dies trifft auch auf das Holzwerk der angrenzenden Scheune zu. Zum Altbestand gehört auch das Dachwerk, welches nahezu vollständig erhalten ist. Die unterkellerte Scheune ist in ihrer Doppelfunktion ein für das Remstal charakteristisches, besonders stattliches und mit dem großen Dach und dem Geschoßvorstoß aufwendig gebautes Ökonomiegebäude. Kirchstraße 3/ 5Das Gebäude wurde im Jahre 1795 (d) vor der ehemals frei stehenden Scheune Kirchstraße 3 erbaut. Aus diesem Grunde erhielt das Gebäude in diesem Bereich keine Wandfüllung. Der Bau ist grundsätzlich vierzonig gegliedert. In den beiden westlichen Zonen liegt das Holzwerk frei und gibt die ursprüngliche Nutzung als Scheune mit Einfahrt, Bergeraum und Gewölbekeller zu erkennen. Im Dachraum überspannt eine zweifach stehende Stuhlkonstruktion beide Zonen mit freigespannten Pfetten. Die Trennwand zum östlichen Bauteil besaß ursprünglich keinen Durchgang. Auch im Dachbereich war sie vollständig geschlossen. Der östliche Bauteil ist im Unterbau z.T. massiv ersetzt. Versprünge im Mauerwerk und Wandachsen im 1. Obergeschoß belegen eine ursprünglich schmälere Zone im Erdgeschoß. Analog zum Westteil war auch hier, in der äußeren Zone, ein Gewölbekeller angelegt. Im Dachwerk ist ebenfalls eine freigespannte, zweifach ausgebildete Stuhlkonstruktion vorhanden. Grundrißausschnitt, sowie die konstruktiven Befunde lassen nachhaltig vermuten, daß es sich bei dem Gebäude um eine ehemalige Doppelscheune handelt, die wohl erst im 19./20. Jahrhundert ein Wohnteil erhielt. An der Erhaltung des Ensembles besteht aus heimatgeschichtlichen, architektonischen und wissenschaftlichen Gründen ein öffentliches Interesse.
|
||